Julians Tipp im Mai

Draußen wohnen: Warum der Garten ein zweites Zuhause wird

Wer kennt das nicht: Ein warmer Frühlingsabend im Garten, der Duft blühender Kräuter in der Luft, das leise Summen der Insekten. Und irgendwann der Gedanke: Eigentlich möchte ich hier gar nicht mehr reingehen. Genau dieses Gefühl erleben immer mehr Gartenfreunde, und genau deshalb boomt das Thema Draußen wohnen. Wintergärten, Pergolen, Pavillons und überdachte Terrassen liegen so stark im Trend wie noch nie. Sie schaffen den fließenden Übergang zwischen drinnen und draußen und machen den Garten zur echten Wohnlandschaft, die auch bei Regen oder kühlen Abenden genutzt werden kann.

Der Wintergarten: Wohnraum, der in den Garten wächst

Der Wintergarten ist die aufwendigste, aber auch beeindruckendste Möglichkeit, den Garten ins Haus zu integrieren. Ein beheizter Wintergarten erweitert den Wohnraum spürbar und ist ganzjährig nutzbar. Ob als Esszimmer, Leseecke, Pflanzenoase oder Spielzimmer für die Kinder: Die Nutzungsmöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt.

Wichtig zu wissen: Sowohl für beheizte als auch für unbeheizte Wintergärten ist in der Regel eine Baugenehmigung erforderlich. Die genauen Vorschriften unterscheiden sich je nach Bundesland und Gemeinde. Vor dem Planungsbeginn unbedingt beim Bauamt nachfragen. Ein unbeheizter Wintergarten ist zwar weniger aufwendig in Bau und Betrieb, schränkt die Nutzungszeit aber auf die wärmeren Monate ein.

Die Pergola: Ein Klassiker mit Geschichte

Pergolen haben in der Architektur eine jahrtausendealte Tradition. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie Vorbau oder Vorhalle. In der mediterranen Architektur gehören Pergolen zum Stadtbild dazu, sie finden sich an Wohnhäuser angebaut, über Wegen oder als freistehende Konstruktionen in Gärten und Höfen.

Heute sind Pergolen in vielen Varianten erhältlich. Es gibt Pergolen mit festem Dach aus Holz, Glas oder Polycarbonat, aber auch offene Pergolen, über die Kletterpflanzen wie Wein, Glyzinie oder Rose gezogen werden. Letztere bieten im Sommer natürlichen Schatten und sind dabei ein echter Blickfang. Bioklimatische Pergolen mit lamelliertem Dach lassen sich sogar stufenlos öffnen und schließen und passen sich so dem Wetter an.

Pavillons und Segel: Für jeden Anspruch die passende Lösung

Wer es etwas unkomplizierter und budgetschonender mag, greift zum Pavillon. Festinstallierte Pavillons aus Holz oder Metall bieten einen festen Platz im Garten und können individuell gestaltet werden. Sie brauchen kein Fundament und sind in vielen Fällen genehmigungsfrei, je nach Größe und Standort.

Für alle, denen auch das noch zu aufwendig ist: Ein hochwertiges Sonnensegel oder ein großer, stabiler Sonnenschirm reichen für entspannte Stunden im Freien völlig aus. Modelle mit Bodenverankerung halten auch stärkerem Wind stand und lassen sich bei Nichtgebrauch schnell verstauen.

Die Planung: Lieber einmal zu groß als einmal zu klein

Bevor der erste Pfahl eingeschlagen wird, lohnt eine gründliche Planung. Die wichtigsten Fragen vorab:

  • Wie viele Personen sollen hier Platz finden, nur die Familie oder auch größere Gästerunden?
  • Soll eine Außenküche integriert werden? Ein Grill, eine Spüle, ein Arbeitstisch?
  • Ist eine Sauna geplant? Das beeinflusst die Grundfläche erheblich.
  • Wie viel Stauraum wird benötigt? Schränke für Auflagen, Decken und Geschirr nehmen erstaunlich viel Platz weg und ersparen dafür viele Wege ins Haus.
  • Ein Kühlschrank mit kalten Getränken direkt vor Ort ist im Sommer schlicht Gold wert.

Julians Tipp: Am besten alles mit einem Maßband auf dem Rasen abstecken oder auf Papier skizzieren. So bekommt man ein reales Gefühl für die Größenverhältnisse. Und: Lieber etwas großzügiger planen. Zu viel Platz hat man selten, zu wenig leider oft.

Der Fußboden: Ein Detail mit großer Wirkung

Für den Bodenbelag im Außenbereich eignen sich Holzdielen, Terrassenplatten aus Naturstein oder Feinsteinzeug sowie spezielle Outdoorböden aus Verbundwerkstoffen. Wer sich für Holzdielen entscheidet, dem gibt Julian einen wichtigen Profi-Tipp mit auf den Weg:

Die Baumringe immer nach unten verlegen. Das klingt wie ein Detail, macht aber einen großen Unterschied. Wenn das Holz nachtrocknet, wölbt es sich in Richtung der Baumringe. Zeigen diese nach unten, wölbt sich die Diele nach oben, Wasser kann abfließen und sammelt sich nicht in einer Mulde. Das schont das Holz und verlängert die Haltbarkeit erheblich.

Duft, Genuss und Natur: Die richtigen Pflanzen für den Außenbereich

Wer den Garten mit allen Sinnen erleben will, sollte unbedingt auf duftende Pflanzen setzen. Lavendel, Rosmarin, Thymian und Minze verströmen einen wunderbaren Duft und halten dabei lästige Insekten auf Distanz. Tomaten direkt neben dem Sitzplatz angebaut, geschützt unter dem Dach, sind ein kleines Genusserlebnis: Einfach beim Vorbeigehen naschen.

Sichtachsen aus dem Wintergarten oder von der Pergola in den Garten hinein schaffen visuelle Räume und machen den Außenbereich größer als er ist. Mit gezielter Bepflanzung lässt sich zudem die gewünschte Privatsphäre herstellen, ohne auf Sichtschutzzäune zurückgreifen zu müssen.

Tomaten, Lavendel und Kräuter in großer Auswahl gibt es übrigens bei uns im LandMarkt, passend für die Terrassen- und Balkonbepflanzung.

Insekten, Lüftung und Privatsphäre: Die kleinen, wichtigen Dinge

Wer eine überdachte Konstruktion plant, sollte an eines denken: Insekten brauchen einen Ausgang nach oben. Ohne Öffnung im Dach suchen sie verzweifelt einen Ausweg und nerven dabei die Sitzenden erheblich. Eine einfache Lüftungsöffnung löst dieses Problem elegant.

Auch die Privatsphäre verdient von Anfang an einen Platz in der Planung. Wer von der Terrasse des Nachbarn oder von der Straße eingesehen werden kann, wird sich nie richtig wohlfühlen. Sichtschutzpflanzen, Rankgitter, Bambus in Kübeln oder einfache Holzlatten können hier Abhilfe schaffen und dabei noch dekorativ wirken.

Wohlfühlatmosphäre: Heizung, Möbel und die richtige Farbwahl

Ein Infrarotstrahler verlängert die Nutzungszeit der Terrasse erheblich. Schon ab Ende März und bis weit in den Oktober hinein lässt es sich mit einem Strahler gemütlich draußen sitzen. Moderne Infrarotstrahler sind wettergeschützt, sparsam im Verbrauch und erwärmen direkt, ohne die Umgebungsluft aufheizen zu müssen.

Wetterfeste Outdoormöbel haben sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt. Sofas und Sessel mit witterungsbeständigen Bezügen aus Sunbrella-Stoff oder ähnlichen Materialien sehen aus wie hochwertige Wohnzimmermöbel und halten Wind, Regen und UV-Strahlung problemlos stand.

Ein letzter, überraschender Tipp von Julian: Vorsicht mit Gelb bei der Möbelwahl. Gelbe Kissen und Dekorationsstücke ziehen Käfer und andere Insekten magisch an. Wer ungestörte Abende im Freien genießen möchte, greift besser zu Grün-, Blau- oder Erdtönen.

Fazit: Der Garten als ganzjährige Wohnlandschaft

Ob aufwendiger Wintergarten, romantische Pergola, praktischer Pavillon oder ein einfaches Sonnensegel: Die Möglichkeiten, den Garten zum verlängerten Wohnzimmer zu machen, sind heute vielfältiger und zugänglicher denn je. Mit der richtigen Planung, den passenden Pflanzen und ein paar cleveren Details entsteht ein Außenbereich, der zum echten Lieblingsort wird.

Ihr habt Fragen zur Planung, zum richtigen Pflanzgut oder zum Zubehör für eure Terrasse? Kommt einfach bei uns im LandMarkt vorbei. Wir beraten euch gerne.